Automatisierung allein rettet kein Hotel. Starke Führung schafft Differenzierung.
- GauVendi
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Viele Hotels setzen für 2026 vor allem auf eines: Kosten senken durch Automatisierung. Digitaler Check-in, weniger Personal, automatisierte E-Mails, Self-Service überall.
Effizienz ist wichtig. Aber hier ist die entscheidende Frage:
Werden Sie dadurch wirklich besser – oder nur günstiger?
Wenn alle Hotels dieselben Systeme nutzen und dasselbe „reibungslose“ Erlebnis anbieten, entsteht kein Vorteil. Es entsteht Austauschbarkeit.
Und austauschbare Hotels konkurrieren nur noch über den Preis.
1. Die Automatisierungsfalle
Natürlich brauchen Sie effiziente Prozesse. Aber wenn Ihr Hauptziel nur „Kosten runter“ heißt, verlieren Sie das Wichtigste: Ihre Einzigartigkeit.
Große Ketten können über Masse und Volumen gewinnen. Boutique-Hotels und kleinere Gruppen nicht.
Ihre Stärke ist Persönlichkeit. Atmosphäre. Gefühl. Wenn Sie dies gegen sterile Effizienz eintauschen, werden Sie zu einer kälteren Kopie einer Marke, die größer ist als Sie.
Der Markt verändert sich:
Geschäftsreisen stagnieren.
Freizeitreisende suchen Atmosphäre, nicht Standard.
Gäste vergleichen Erlebnisse – nicht nur Preise.
Ein „Standard-Doppelzimmer“ mit QR-Code begeistert niemanden.
2. Gäste kaufen Emotionen – nicht Quadratmeter
Warum zahlt jemand mehr für ein bestimmtes Produkt, obwohl es günstige Alternativen gibt? Nicht wegen der Herstellungskosten, sondern wegen des Gefühls.
Im Hotel ist es genauso.
Wenn Sie ein „Standard-Doppelzimmer“ verkaufen, verkaufen Sie nur eine Funktion. Ein Bett. Ein Bad. Vier Wände.
Aber Gäste wollen nicht nur ein Bett. Sie buchen auch:
den ersten Eindruck,
den besonderen Moment,
den perfekten Sonnenuntergang,
die ruhige Nacht,
das Gefühl, angekommen zu sein.
3. Verkaufen Sie Bedeutung statt Kategorien
Ihr Inventar ist keine Liste von Zimmertypen. Es ist eine Sammlung von Geschichten.
Statt:
Standard Doppelzimmer
Superior
Deluxe
könnten Sie verkaufen:
Willkommenszimmer – ideal für den ersten Aufenthalt
Ruhepol-Zimmer – weit weg vom Aufzug
Sonnenuntergangszimmer – mit Blick zur Golden Hour
Langschläfer-Zimmer – besonders ruhig, mit optimaler Verdunkelung
Lieblingszimmer des Teams – persönlich empfohlen
Physisch sind es dieselben Zimmer. Die Reinigung kostet gleich viel. Das Housekeeping braucht nicht länger.
Aber am Point of Sale ist es ein völlig anderes Produkt.
Und plötzlich versteht der Gast, warum er mehr bezahlen sollte.
4. Was das wirtschaftlich bedeutet
Ein Beispiel:
Produkt | Preis | Uplift |
Standard Doppelzimmer | 180 € | Basis |
Sonnenuntergangszimmer | 207 € | +15 % |
Lieblingszimmer des Teams | 234 € | +30 % |
Ruhepol-Zimmer | 252 € | +40 % |
Die Reinigung bleibt bei 45–65 €.
Das heißt: Der zusätzliche Umsatz ist fast vollständig zusätzlicher Gewinn.
Sie haben:
nicht renoviert,
kein Personal erhöht,
keine zusätzliche Ausstattung eingekauft.
Sie haben nur aufgehört, sich wie Massenware zu verkaufen.
5. OTAs sind kein Gefängnis
Viele Hoteliers klagen über Ratenparität. Aber Parität betrifft Kategorien – nicht Kreativität.
Sie können:
auf OTAs Ihr vereinfachtes „Standard“-Inventar anbieten
auf Ihrer eigenen Website das emotionale, differenzierte Erlebnis verkaufen
Ihr Direktkanal muss nicht klingen wie Booking.com.
Nutzen Sie OTAs als Vertriebspartner – nicht als strategische Vorgabe.

6. Die entscheidende Frage
Sind Sie Verwalter oder Leader?
Automatisierung ist ein Werkzeug. Differenzierung ist eine Entscheidung.
Die Zukunft gehört Hotels, die:
einen Raum in eine Geschichte verwandeln,
ihre Identität klar zeigen,
Emotionen bewusst verkaufen,
und den Mut haben, nicht wie alle anderen zu sein.
Hören Sie auf, „Standardzimmer“ zu verkaufen. Verkaufen Sie Bedeutung.
Verkaufen Sie kein Bett. Verkaufen Sie den Moment.



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